Mit Auto und Tandem durch die Toskana [Herbst 2003]


Viareggio / Lago de Pucini

22.9. und 23.9.: Radtouren in der Umgebung

Es stellt sich heraus, dass das Tandem geradezu ideal ist für die Erkundung der Umgebung.

Zunächst wenden wir uns Richtung Strand. Auf dem sandigen Weg treffen wir immer wieder auf schöngefärbte Eidechsen. Sie sind grösser als unsere heimischen Zauneidechsen und wesentlich zutraulicher.

Im Schatten einer Strandbar lesen wir in unseren Reisführern, auf der Suche nach einem lohnenden Ziel für eine kleine Radtour.

Schliesslich brechen wir zum 10km entfernten Lago de Pucini auf, denn dort steht das Haus, in dem der berühmte Komponist lange Zeit lebte.

Unter einer riesigen Platane am See machen wir Rast, während unser Pino die staunenden Blicke der Italiener auf sich zieht.

"Il Tandem !". "Si - a due!".

Man kann sich ungefähr denken, was dieser Dialog heissen mag.

Von der Hafenpromenade hat man einen wunderbaren Blick über den malerischen See. Dort liegt auch ein Restaurant, in dem wir dann abends essen. Mich persönlich hat weniger das Essen beeindruckt, obwohl das sicherlich nicht schlecht war, sondern die Kletterkünste der dort anwesenden Geckos, weshalb ich sie auch fotografiert habe!

Ein unaufmerksamer Moment führt an diesem Abend beihnahe noch zu einem Unfall, als ich das Pino, ohne richtig über die Schulter zu sehen, vom Bürgersteig auf die verkehrsreiche Hauptstrasse lenke. Ein italienischer Familienvater mit Mama und Bambini im Auto reagiere geistesgegenwärtig mit einem halsbrecherischen Ausweichmanöver, um dann fluchend an uns vorbeizuziehen.

Da bleibt mir für einen Moment die Spucke weg !

Auch den folgenden Tag verbringen wir so in Viareggio, teils auf dem Campingplatz, teils am Strand.

Gegen nachmittag machen wir uns auf den Weg über die Via Aurelia nach Süden.

Unsere Strategie ist, heute zunüchst weit in den Süden der Toskana zu fahren, dort in den nächsten Tagen Capalbio, Saturnia und die Maremma zu besuchen, und dann in einem grossen Bogen, der die Gegend von Chianti und Sienna einschliesst, nach Pisa zurückzufahren.

An Livorno, Cecina und Grosseto vorbei bewegen wir uns auf der Küstenstrasse, der "Via Aurelia", Richtung Süden. Hinter Grosseto überqueren wir den Ombrone. Westlich von hier liegt der Naturpark Maremma. In der Maremma selbst gibt es keine Campingplätze, daher suchen wir uns einen weiter im Süden.

Der erste Platz in der Nähe des Hafenstädchens Talamone hat bereits "wegen Saisonende" geschlossen. Ein paar Kilometer weiter auf der Via Aurelia Richtung Süden finden wir den interessanten "Campingplatz Europa." Andrea moniert, dass ich trotz der späten Ankunft nichts besseres zu tun habe, als die Reichweite des Blitzes meiner Digicam an den Baumkronen über unserem Zelt auszuprobieren. Recht hat sie !