Holland und Belgien auf dem Rad [Sommer 2009]


Aachen - Asendorf, 40 km

Donnerstag, 13.08. 2009

Wieder einmal bauen wir die Zelte feucht ab. Nach einer rasanten Abfahrt hinunter nach Falkenburg, bei der Ron alle geltenden Richtwerte für Sicherheitsabstände locker unterbietet, kommt der erste Schauer. Und weitere folgen, gewöhnlich dann, wenn wir gerade das Regenzeug ausgezogen haben. Aachen, obwohl kaum 20 km entfernt, ist nicht ausgeschildert, aber ein freundlicher Belgier gibt uns eine prima Wegbeschreibung, die, wie schon andere ihrer Art vorher, mit der Formulierung :"Aber das ist doch ganz einfach, ..." beginnt.

In Vaals beim Pralinenkaufen unterhalte ich mich einen Moment mit der Inhaberin, wobei ich vor der Engstirnigkeit und Arroganz der Wallonen gewarnt wrrde, die vom Dünkel der Franzosen kaum übertroffen werde. Ab hier, in 6 km Entfernung, ist nun auch Aachen ausgeschildert.

Den Hauptbahnhof erreichen wir quasi auf der Luftlinie, indem wir, auf Empfehlung freundlicher Aachener, eine gigantische Baustelle durch Absperrungen hindurch und über Fussgängerwege durchqueren. Erst für den Zug um 16:51 gibt es Fahrradreservierungen, und so warten wir die Zeit lesenderweise im Bahnhof ab.

Ein Holländer, der im Cafee neben uns am Tisch sitzt und auf seinen Zug wartet, erzählt uns von dem Netztwerk „ Vrienden op de Fiets“ (Link zur Webseite), das Bread and Breakfast – ähnliche Übernachtungsmöglichkeiten auf Selbstkostenbasis in Holland organisiert. Eine echte Alternative zum Campen, wie mir scheint, und ich nehme mir vor, die nächste Radtour auf so eine Weise zu organisieren.

Über die Rückreise ist nicht viel zu berichten. Der Zug, den wir von Köln aus Richtung Bremen nehmen, verspätet sich immer mehr, so dass wir den Anschluss an den Metronom in Bremen nur äusserst knapp erwischen. In Buchholz holt uns Andrea gegen 22:30 ab und hat auch Tims Haustürschlüssel dabei, so dass er weiter zu seiner Wohnung nach Hamburg fahren kann. Sie übernimmt unser Gepäck, so dass Ron und ich die letzten km nach Asendorf zwar im Dunkeln, aber ungewohnt unbeschwert zurücklegen können.